SEO ohne Backlinks – Rankings ohne Linkaufbau

AKTUALISIERT am 21. Juli 2020

Lesedauer ca. 13 Minuten

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In diesem Beitrag schauen wir uns an, ob SEO ohne Backlinks in 2020 möglich ist, ob es sich lohnt und welche Erfolge damit realisiert werden können.

SEO ohne Backlinks

Was sind Backlinks?

Backlinks sind Verweise von einer Domain auf eine andere. Die Verlinkung besteht aus der URL, der Zielseite und dem Ankertext. 

Die URL sieht z.B. so aus: https://jensburkhardt.net

Der Ankertext kann entweder die nackte URL sein oder aber ein beliebig langer Text, unter dem die URL liegt. Hier ein Beispiel: Das ist der Ankertext zu meiner Homepage.

Die dritte Möglichkeit ist es einen Link in einem Bild einzufügen.

Warum sind Backlinks wichtig?

Da Backlinks von externen Domains kommen, sind sie nur schwer zu manipulieren. Die wichtigste Aufgabe einer Suchmaschine ist es, Suchergebnisse gut zu sortieren.

Ein Backlink ist also ein gutes Mittel, um die Autorität von Webpages einzuschätzen.

Es sollte ganz natürlich sein, dass gute Websites von anderen verlinkt werden. Fehlen diese Verlinkungen fehlt auch ein Stück weit Vertrauen.

Eine der bedeutendsten Ziele von der Berücksichtigung von Backlinks war die Bekämpfung von Spam-Inhalten.

Suchmaschinen und Backlinks

Am Anfang der Suchmaschinen steckten deren Algorithmen noch in ihren Kinderschuhen. Die gezielte Manipulation z.B. durch “Keyword-Stuffing” war möglich. 

Die Gründer von Google Lary Page und Sergei Brin kamen mit einer (damals) brillanten Idee ums Eck. Mit dem sogenannten “Page Rank” wurden Backlinks zum zentralen Element des Rankings. 

Zusammenfassen lässt sich der Inhalt so:

Umso mehr Links auf eine Website verweisen, desto höher deren Stärke. Je mehr Stärke die verweisende Website hat, desto mehr Einfluss wird übertragen.

Das Patent der beiden Gründer war der Ursprung und die Geburtsstunde von Google.

Zahlreiche Updates des PageRank-Algorithmus führten 2014 zur kompletten Einstellung. PageRank hat also offiziell keine Bedeutung mehr

Sind Backlinks deswegen tot? Nein, Google und andere Suchmaschinen nutzen Backlinks immer noch für ihre Rankings. Natürlich funktioniert die Bewertung immer besser.

Es gibt diverse Faktoren, die Google beim Verlinkungen berücksichtigt:

Thematische Relevanz

Ein Backlink bringt nicht viel, wenn wenig thematische Relevanz gegeben ist. Stell dir eine Website vor, die über Urlaub am Meer spricht und auf eine SEO-Agentur verlinkt.

Das hat thematisch überhaupt nichts miteinander zu tun. Der Link wird also kaum eine Wirkung haben.

Autorität der Website

Hat die Website eine große Autorität, wird diese auch an die verlinkte Seite weitergegeben.

Große Webseiten verlinken nicht gerne an schlechte Webseiten. Deshalb gibt es hier einen starken Effekt.

Autorität der Webpage

Genauso hat die einzelne Page einen Einfluss. Deren Autorität steigt, wenn diese selbst Backlinks aufweist.

Link-Velocity

Auch schaut sich Google an, wie die sogenannte Link-Velocity ist. 

Das gibt an, wie schnell externe Seiten auf dich verlinken. Denn je schneller, umso besser.

Allerdings lässt sich hier auch leicht erkennen, ob merkwürdige Maßnahmen angewendet werden. Wenn eine Webseite keine Links hat und auf einmal, innerhalb von einer Woche, 100 links dazukommen ist es sehr ungewöhnlich.

Ankertexte 

Der Ankertext hat einen entscheidenden Einfluss, denn Google kann aus dessen Bedeutung besser einschätzen, für welche Keywords die verlinkte Seite ranken soll. 

Da der Ankertext sehr oft manipuliert wird, sollte er nur selten dem genauen Keyword entsprechen.

Rankings ohne Backlinks von Yandex und Google getestet

Diverse Suchmaschinen haben schon getestet, ob es sich lohnt Backlinks überhaupt nicht mehr in das Ranking einzubeziehen.

Yandex, die russische Suchmaschine, verabschiedete sich Anfang 2014 von der Bewertung von Backlinks. Die Idee ist gar nicht so schlecht. 

Denn: Anstatt sich als SEO mit unnatürlichem Linkaufbau zu beschäftigen, sollte mehr Zeit in User Experience und in qualitative Content-Erstellung investiert werden.

Nach einem knappen Jahr, also Ende 2014 wurde das Experiment allerdings beendet.

Yandex musste sich eingestehen, dass es ohne Backlinks nicht funktioniert. Stattdessen können Verlinkungen nun eine positive, aber auch einen negativen Einfluss auf das Ranking haben.

Matt Cutts von Google gab 2014 bekannt, dass die SERPS (Ergebnisse der Suchanfrage) viel schlechter sein, wenn Backlinks außen vor gelassen werden. Mit der Einführung von Ranking Brain spielt jetzt auch  Nutzerverhalten eine wichtigere Rolle. 

Doch wie genau die Zukunft aussieht, ob Backlinks immer unwichtiger werden oder weiter ein wichtiger Teil des Rankings bleiben ist nicht ganz klar.

Warum können Backlinks problematisch sein?

Was ist eigentlich das Problem von Backlinks? Das schauen wir uns jetzt an:

Sie können manipuliert werden

Backlinks können manipuliert werden. Es gibt viele Verkäufer von Backlinks, die damit Geld verdienen.

Zum Beispiel auf Fiverr gibt es unzählige Anbieter von Backlinks. Diese werben mit schnellen Rankings und billigen Preisen.

Nur leider existieren diese verlinkenden Websites, nur um Links zu verkaufen und bieten keinen Mehrwert für den Nutzer (Oftmals haben Sie auch keinen Traffic). 

Solch ein Link bringt gar nichts.

Im Gegenteil: früher oder später fliegt diese Seite auf und alle verlinkten Websites werden abgestraft und verlieren ihre Rankings.

Das sieht dann so aus:

Backlinks von Fiverr

Dann gibt es noch Linkbroker.  Diese listen Websites anhand von Branche und Domainautorität, etc.

Backlink Broker

Diese Links sind etwas besser, weil es zumindest möglich ist thematische Relevanz herzustellen. 

Es besteht aber immer die Gefahr, dass das früher oder später auffliegt. Und ob sich die Preise dafür lohnen muss jeder selbst entscheiden. Ich rate von solchen Taktiken auf jeden Fall ab.

Backlinks kann man natürlich auch manuell aufbauen, also mithilfe von Outreach. Man fragt andere Websitebetreiber oder Autoren, ob sie die eigene Seite verlinken. Das ist aber sehr mühsam, kostet viel Zeit und bringt selten einen guten ROI.

Sie verbessern die User Experience nicht

Backlinks aufzubauen kostet Zeit, selbst wenn es sich um ganz legitimes Linkbuilding handelt. 

Diese Zeit fehlt für die Erstellung von hochwertigen Inhalten und der Verbesserung der Nutzererfahrung. Im Endeffekt wird damit dem Nutzer geschadet. Der User ist aber der Mittelpunkt der Suchmaschine und soll befriedigt werden.

Negative Verweise führen zu höherer Autorität

Stell dir vor, ein Unternehmen ist in einen Skandal verwickelt und alle Zeitungen berichten darüber. Durch die entstandenen Backlinks steigert sich die Autorität. Die Folge sind bessere Rankings.

Das ist so nicht im Sinne des Erfinders.

Sponsoring

Firmen, die viel Geld für Sponsoring ausgeben erzielen oft automatisch viele Backlinks. Diese riesigen Konzerne haben somit extrem hohe Domainautorität. 

Die Folge: mittelmäßiger Content schafft es deshalb oft in die Top 10.

SEO ohne Backlinks - sind Erfolge trotzdem möglich?

Der legitime Aufbau von Backlinks ist insbesondere am Anfang sehr schwierig. Natürlich willst du jetzt wissen, ob SEO ohne Backlinks überhaupt möglich ist.

Ja, prinzipiell ist es möglich, aber es müssen einige Voraussetzungen gegeben sein.

Schauen wir uns das mal genauer an.

Mit einem Backlink-Tool (wie Ahrefs) lässt sich im Content-Explorer sehr leicht sehen, ob es Seiten gibt die ohne Backlinks ranken und Traffic bekommen.

Das testen wir jetzt aus.

Meine Recherche ergab folgendes Ergebnis: Es gibt unzählige Pages (also Unterseiten),  die ohne einen einzigen Backlink ranken. 

Allerdings gibt sich ein klares Bild. Auch wenn die Page keine Backlinks hat, so gibt es zu der Domain insgesamt viele Verlinkungen. 

Generell gilt: je höher die Domainautorität, desto wahrscheinlicher ist es, dass auch einzelne Unterseiten ohne Backlinks ranken.

Je niedriger das Domain-Rating, desto unwahrscheinlicher ist es, dass einzelne Seiten Rankings und Traffic generieren.

Aber es gibt sie doch: Domains mit niedriger Autorität und Seiten mit Traffic, die keinen einzigen Backlink haben.

Pages mit Traffic aber ohne Backlinks

Wie in diesem Beispiel zu sehen, gibt es einige wenige Seiten, die in diese Kategorie fallen.  

Als Auswahlkriterium habe ich eingestellt:

  • Veröffentlicht in den letzten 12 Monaten
  • Mindestens 20 Besuche pro Monat
  • Domain-Rating unter 20
  • Traffic-Wert über 5 USD

Insgesamt gab es 1383 Treffer. Das SEO-Tool ist nicht perfekt und es gibt wahrscheinlich noch einige mehr. Allerdings zeigt es deutlich, dass nur sehr wenige Pages dieser Kriterien erzielen.

Schauen wir uns jetzt gemeinsam an, was wir von diesen Seiten lernen können, damit SEO ohne Backlinks auch gute Ergebnisse erzielen kann.

Ein Ergebnis ist mir besonders aufgefallen.

Schauen wir uns das mal im Keyword Explorer an.

Suchanfrage ohne hohe Konkurrenz

Wir sehen das Keyword ”Tiere in Australien” hat ein Suchvolumen von etwa 1000 pro Monat.

Ranking ohne Backlinks

Die Seite Happy Travels erzielt mit einem Domain-Rating von 16 und keinem einzigem Backlink die Position 3. 

Doch wie ist das möglich?

Ich habe die Seiten jetzt mit der am besten positionierten Page verglichen.

Die Unterschiede der Qualität sind enorm. Zwar hat Happy Travels eine sehr geringe Autorität, dennoch ist der Content deutlich besser. Das sehen wir schon an der Tiefe des Inhalts.

So hat dieser Beitrag über 4000 Wörter im Vergleich zu gerade einmal 900.  

Auch die Onpage-Optimierung ist deutlich besser. Die Seitenstruktur ist sehr schön gemacht und generell handelt es sich hierbei um eine Seite mit viel Content, guten internen Verlinkung und so weiter.

Wir sehen also: es ist im Jahr 2020 immer noch möglich mit SEO ohne Backlinks Erfolge zu erzielen. Damit das funktioniert sollten aber alle anderen Punkte der SEO-Strategie gut umgesetzt sein.

Tipps für SEO ohne Backlink-Aufbau

Wir schauen uns jetzt gemeinsam an, welche Faktoren auf jeden Fall stimmen müssen, für eine Chance auf Rankings.

Low-Competition Keywords

Der wohl wichtigste Faktor ist es, die richtigen Keywords auszusuchen. Es ergibt keinen Sinn für Keywords ranken zu wollen, die eine hohe Konkurrenz haben. 

Generell kann man sagen, dass ein hohes Suchvolumen mit hoher Konkurrenz eingeht und daher vermieden werden sollten.

Es gibt viele “Longtail-Keywords” die sich lohnen. Auch lassen sich Begriffe mit geringem Suchvolumen (10-100) leicht finden. Das ist deine Chance.

Vor allem am Anfang, wenn deine Website noch neu ist, hast du es schwer. Hier kommt es oftmals zum sogenannten Google Sandbox Effekt

Der mit Abstand beste Content

Wenn du ranken willst, musst du die Nutzer überzeugen. Spätestens seit “Google RankBrain” haben Nutzersignale einen sehr hohen Einfluss. 

Darunter gehört zum Beispiel die Bouncerate (Absprungrate), die Verweildauer und die Klickrate (CTR).

Das spiegelt sich in den Daten wider, die du in Google Analytics auslesen kannst. Ggf. lässt sich hier Optimierungsbedarf feststellen.

Stecke also viel mehr Zeit als deine Konkurrenz in die Content-Erstellung. Der durchschnittliche Blogartikel wird in 3 Stunden produziert.

Mit Recherche und guten Inhalten kann das nicht viel zu tun haben. Gib dir wirklich Mühe, das zahlt sich im Endeffekt immer aus.

Mein Tipp ist: Analysiere die Konkurrenz, schau dir genau an, wie viele Wörter die besten Ergebnisse haben, welche Unterthemen besprochen werden und erstelle dann einen Plan, wie du das Thema noch besser abdecken kannst.

Top-Onpage Optimierung

Deine Website und jede einzelne Page sollte sehr gut OnPage-Optimiert sein. Es gibt unzählige Information über dieses Thema, deshalb  möchte ich hier nicht spezifisch darauf eingehen.

Ich empfehle dir alles besser zu machen, als die Konkurrenz. 

Hast du z.B. schon auf deinen Seiten strukturierte Daten implementiert?

Strukturierte Daten dienen dafür, dass Google den Inhalt einer Website besser versteht und um Rich-Snippets zu generieren. Hier lohnt sich das FAQ-Markup auf einzelne Seiten einzubauen.

Weiterhin empfehle ich dir, alten Content zu verbessern. Eine Überarbeitung deines Contents bringt meistens sehr viel, weil Suchmaschinen Aktualität wertschätzen.

Die Alternative: indirektes Linkbuilding

Aktiv keine Backlinks aufzubauen heißt natürlich nicht gleich Links abzulehnen. Wenn du langfristig denkst, sollte deine Domain definitiv Backlinks akquirieren. Im Idealfall kommen diese natürlich organisch, das heißt ganz ohne dein Zutun.

Damit dieser Prozess etwas beschleunigt wird, gibt es noch zwei Tipps von mir, die nicht einfach umzusetzen sind, sich aber dennoch lohnen.

Erschaffe Linkable Assets / Link-Magneten

“Linkable-Assets” sind sehr wertvolle Informationen, Tools oder ähnliches, welche auf deiner Website frei zur Verfügung stehen.

Es könnte z.B. eine  kleine Software sein, die einen echten Mehrwert liefert.  Schaue dir ein kleines Beispiel von technical SEO an.


Hier lasst sich unter anderen der JSON-LD Code für verschiedene strukturierte Daten bauen. Das ist super hilfreich und hat deshalb über 1000 verweisende Domains.

Link Magnet

Statistiken, einmalige Studien oder Insights aus deiner Branche haben auch enormes Potenzial.

Bau deine Marke aus

Ganz klar eigentlich, die eigene Marke (Brand) auszubauen hilft auf lange Sicht sehr viel. 

Wenn du nicht nur in deiner Webseite arbeitest, sondern auch ein Youtube-Channel betreibst, auf LinkedIn aktiv bist, in Facebook-Gruppen kommentierst und deine Twitter Followern mit wertvollen Tipps auf die Sprünge hilfst, wird sich das langfristig auch in deinem Backlinkprofil bemerkbar machen. 

Mein Fazit zu Suchmaschinenoptimierung ohne Backlinks

SEO ohne Backlinks ist möglich, aber auf Dauer nicht sinnvoll. Es ist möglich Rankings zu erzielen, aber nur wenn die Konkurrenz sehr schwach ist.

Am Anfang eines Webprojekts ist es sinnvoll, sich zunächst nur auf die Content-Erstellung zu konzentrieren. 

Wenn du aber auch für kompetitive Keywords ranken möchtest, benötigt es eine gewisse Autorität für die Augen der Suchmaschine. Gehe aber lieber auf Nummer sicher und kaufe niemals Backlinks!

Organischer Backlinkaufbau ist zeitraubend, ist auf lange Frist aber wichtig.


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